Was glaubst Du eigentlich?

Das Wort zum Sonntag - 9.9.2017

„Die wichtigste Entscheidung meines Lebens“ 

„Dieser PC treibt mich heute noch schier in den Wahnsinn!“ hörte ich den jungen Mann beim Einchecken auf dem Flughafen zu seiner Kollegin sagen. Nun war ich an der Reihe, denn ich hatte im Frühjahr eine Studienreise nach Rom gebucht. Wir unterhielten uns kurz. Er erfüllte meinen Wunsch. Ich bekam einen Fensterplatz in den ersten Reihen. Ich bedankte mich und dachte: Wie kann ich ihn ermutigen? So gab ich ihm fröhlich meine Visitenkarte mit den Worten: „Damit Sie nicht schier in den Wahnsinn getrieben werden, schenke ich Ihnen jetzt ein Ticket zum Himmel, mein Mann ist nämlich schon dort.“ Er las den Text: „ Jesus sagt: Ich bin der Weg und die Tür zum himmlischen Vater.“ Dann schmunzelte er, drehte die Karte um und sah meine Daten. „Interessant, auf Ihre Homepage schau ich mal.“ Ich freute mich und winkte ihm zum Abschied. 

In Rom angekommen, versammelten wir uns als Reisegruppe. So lernte ich am ersten Abend eine ebenfalls allein reisende, kritische Frau kennen. Wir nahmen uns vor, die freie Mittagszeit miteinander zu verbringen. So saßen wir an einem der vielen Brunnen in Rom. Wir sagten unsere Namen und verständigten uns auf das Du. Bei der Gelegenheit gab ich ihr meine Visitenkarte und sagte: „Das Wichtigste steht aber auf der Rückseite, nämlich „Ticket zum Himmel“. Sie war total entsetzt und sagte: „Nein, so etwas brauche ich nicht!“ Ich sagte: „Okay,“ und wollte die Karte wieder einstecken. Dann sagte sie: „Ach, ich nehme sie doch, als Erinnerung an Dich.“ Ich dachte, bei dieser Frau musst Du sehr behutsam sein. Ihre Ablehnung drückte sich in ihrer ganzen Körperhaltung aus. So entschied ich mich, von mir aus nicht über meinen Glauben zu reden und alles Gott zu überlassen.

Umso erstaunter war ich, dass sie mir nach und nach immer mehr Fragen stellte. Diese beantwortete ich bewusst nur ganz kurz. So konnte ich ihr etwas über Gottes Liebe und Vergebung erzählen. Aber auch über die Gewissheit in Ewigkeit bei IHM zu sein. Sie sagte: „Du hast also immer einen Gesprächspartner?“ Ich antwortete: „ Ja, ich bin immer „online“ mit Jesus. Die Entscheidung für Jesus ist für mich die wichtigste meines Lebens. Jeder kann diese Entscheidung treffen, denn Jesus sagt im Johannesevangelium Kapitel 7 Vers 17: Wenn ihr meinen Willen tun wollt, werdet ihr erfahren, ob ich von Gott komme oder ob ich von mir selbst rede. Diese Erfahrung mache ich täglich.“ 

Zwischendurch tauschten wir uns über alle möglichen Themen aus. Auch über die Gespräche mit den anderen Reisenden. Da sie Kunstgeschichte studiert hat und noch berufstätig ist, hielt sie mir gern Kurzvorträge nach den Besichtigungen. Sie kam aus Leibzig, war geschieden und hatte viel Schweres erlebt. Später gab sie mir ihre Karte. Vor ihrem Namen stand Dr. Phil.

Beim Abschied bekundeten wir uns gegenseitig, dass unser Kennenlernen für uns eine Bereicherung war. Sie sagte dann noch: „Behalte Deine positive Einstellung und Ausstrahlung, damit Du noch vielen Menschen helfen kannst, die Deine Hilfe brauchen.“ Ich fragte: „ Und Du, was glaubst Du eigentlich?“ Sie: „Ach, ich habe da so meine Ideen.“ So konnte ich immer wieder nur still für sie beten und in Jesu Namen segnen. Was daraus wird, das liegt an IHM und natürlich auch an ihr.  

Jesus, du bist der beste Heiland und Arzt

Das Wort zum Sonntag - 1.4.2017

Worte haben Macht

„Urlaub ist besser als Krankenhaus und Kur,“ diese Worte habe ich früher manchmal schmunzelnd zu meinem Mann gesagt. „Denn den Urlaub können wir planen, genießen und wir bezahlen ihn auch selbst.“

Diese Aussage gilt für mich bis heute noch. Darum reise ich auch als Witwe weiter gerne allein. Mich interessieren besonders Menschen, ihre Geschichten, was sie denken und glauben. Als Christen haben wir ja die beste Botschaft der Welt - obwohl sie in den Medien und in alltäglichen Begegnungen kaum vorkommt. So ist es mein Anliegen, Personen zu begegnen, die für diese gute Nachricht offen sind.

Dazu gibt es auf Reisen besonders viele Möglichkeiten. Das fängt schon im Flugzeug an und setzt sich im Hotel fort. In Gesprächen beim Essen, beim Spazierengehen oder auch beim Tanzen. Ich tanze zu Hause täglich auf meinem Trampolin und nutze auch jede Gelegenheit im Urlaub. Tanzen ist für mich Lebensfreude. Hier treffe ich Gleichgesinnte und es entwickeln sich oft gute Gespräche.

Ein ganz intensives Gespräch hatte ich mit einer jungen Mutter von zwei kleinen Kindern auf einer Bank am Strand. Sie erzählte mir, dass ihr Mann gerade beim Arzt sei, weil er es vor lauter Rückenschmerzen nicht mehr aushalten konnte. Als wir uns einige Zeit über alle möglichen Themen ausgetauscht hatten, kam uns ein junger Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht entgegengehumpelt und setzte sich sehr vorsichtig auf die Bank.

Wir unterhielten uns nur ganz kurz. Da mir dieser Mann so leid tat, kämpfte ich in meinem Inneren, bevor ich den Mut fand zu sagen: „ Ich  weiß nicht, was Sie glauben. Ich bin Christin und würde gern für Sie beten, wenn Sie das möchten?“ Er stimmte sofort zu. Ich fragte: „ An welcher Stelle tut es besonders weh?“ Er zeigte es mir. Ich legte meine Hand auf seinen Rücken und betete etwa: „Jesus, Du hast uns Macht gegeben, Deine Kinder zu sein, und in Deiner Vollmacht bete ich jetzt für X. Du bist der beste Heiland und Arzt und Deine Heilungskraft wirkt durch Deinen Heiligen Geist. Bitte heile Du ihn und lindere seine Schmerzen, Amen.“

Nach dem kurzen Gebet schaute ich ihn an und traute meinen Augen nicht. Sein verzerrtes Gesicht hatte sich in ein strahlendes Lächeln verwandelt. Ich fragte ihn: „Geht es Ihnen schon besser?“ Er antwortete mit einem fröhlichen: „Ja!“ Wir unterhielten uns noch eine kurze Zeit, auch über unseren Glauben und unsere Lebenseinstellung. Ich sagte: „ Ich habe gelesen oder gehört, dass unser Gehirn auf unsere eigene Stimme am besten hört. Das hat dann Einfluss auf unseren Körper. Darum ist es wichtig, laut und positiv zu reden. Worte haben Macht. Das steht auch in der Bibel. Zum Beispiel kann man sagen: Jesus, Du bist mein Heiland und Arzt, in Deinem Namen will ich gesund werden.“ Er sagte dann lachend: „Ja, mein Vater sagt auch immer, alles fängt im Kopf an.“ So verabschiedeten wir uns fröhlich.

Am nächsten Tag dachte ich, wie mag es diesem Mann jetzt wohl gehen? Ich überlegte, ob ich wieder zu der gleichen Bank gehen sollte. Während ich das dachte und still betete, kam mir die ganze Familie entgegen. Er schob den Kinderwagen. Ich fragte: „Wie geht es Ihnen?“ Seine Antwort: „Immer besser.“ Welch eine Freude. So darf ich viele gute Erfahrungen auf meinen Reisen machen. Inzwischen nenne ich sie „kleine Missionsreisen.“ Das Spannungsfeld zwischen Annahme und Ablehnung in den Gesprächen aber bleibt. Darum brauche ich immer wieder neuen Mut.  

Jesus hilf! Immer „online“ mit IHM?

Das Wort zum Sonntag - 5.11.2016

Als Flüchtlingsfamilie aus Ostpreußen vertrieben, waren wir bettelarm. Meine Mutter saß mit uns drei kleinen Kindern im Straßengraben. Keiner wollte uns damals aufnehmen. Etwas später in unserer Einzimmerwohnung, zu viert in einem Bett, lernten wir, auch als Kinder, mit Aushilfsarbeiten unser Brot zu verdienen. Lebensmittel waren sehr kostbar und durften nicht verderben oder entsorgt werden. Das gilt für mich bis heute noch. Darum habe ich häufig schmunzelnd gesagt: „ Es ist besser, wenn es mir schlecht wird, als wenn Lebensmittel verderben.“ Das sage ich jetzt nicht mehr.  
 
An einem Abend sah ich ein Joghurt in meinem Kühlschrank mit dem Verfalldatum des Tages. Obwohl ich wusste, dass es wahrscheinlich länger halten würde, aß ich es sicherheitshalber. Es schmeckte mir zwar nicht besonders. Aber für mich musste das so sein. Mir ging es weiter gut. Ich hatte später bei mir noch eine Gruppe mit lebhaften Gesprächen und danach eine gute Nacht. Am nächsten Morgen, nach meinem Toilettengang, veränderte sich die Situation. Ich bekam plötzlich Schweißausbrüche und dachte daran, wieder ins Bett zu gehen. Ich fühlte mich auf einmal ganz schwach, mir wurde es schwarz vor Augen und ich dachte: „Bis ins Bett schaffe ich es nicht mehr.“ Ich hörte mich noch: “Jesus hilf,“ sagen. Einige Zeit später lag ich nicht im Bett, sondern ich fühlte mein Umfeld ab und stellte fest: ich lag im Bad. Ich war lang auf den Boden gefallen. Nicht auf das Waschbecken oder die Badewanne. Ich hatte weder einen Knall gehört, noch hatte ich Kopfschmerzen oder einen blauen Flecken. Aber ich fühlte mich noch schwach und brauchte den ganzen Tag, um mich zu erholen. Ob es nun am Joghurt lag, kann ich nur vermuten. Am Abend ging ich aber wieder meinen geplanten Aufgaben nach. 
 
Diese Erfahrung war für mich so wichtig, dass ich sie mehrfach weitererzählt habe und auch hier weitergebe. In der Bibel in Psalm 50 Vers 15 steht: „Rufe mich an in der Not, so will ich Dich erretten, und Du sollst mich preisen.“ Das bedeutet für mich nicht nur, dass ich ihn in der Not anrufe und dann seine Hilfe erfahre. So habe ich es ja tatsächlich erlebt,  sondern dass ich ihm mein ganzes Leben anvertraue. Im Alltag lese ich in der Bibel und erfahre Jesu Worte als Wahrheit. Sein Heiliger Geist schenkt mir immer wieder Freude, Kraft und Ermutigung. So kann ich mit Gott ständig in Verbindung sein. Mit ihm reden, auf ihn hören, beten und singen. Ich kann also immer „online“ mit IHM sein.
 
Dieses für mich wichtige Erlebnis hat auch die Ängstlichkeit vor ungewissen Situationen verändert. Denn in der Bibel  im Römerbrief Kapitel 8, Vers 28 steht auch: „Denen die Gott lieben werden alle Dinge zum Besten dienen.“ So kann ich umfallen, weil ich krank und schwach bin, oder aber ich bin tot und mein Leben geht bei Jesus weiter. Denn er hat gesagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ So steht es im Johannesevangelium Kapitel 14, Vers 19.

Die beste Botschaft der Welt! Auf die Ewigkeit freuen

Das Wort zum Sonntag - 6.8.2016

Im vergangenen Jahr war ich auf Zypern.
 
Bei einer Rundreise besuchten wir auch die ehemalige St. Nikolaus Kathedrale, die jetzt eine Moschee ist. Der Innenraum ist dementsprechend umgestaltet worden.
 
Der moslemische Reiseleiter informierte uns über die historischen Entwicklungen des Gebäudes und über den Islam. Dazu gab es dann einige Fragen wie z.B. was die Moslems wirklich glauben und was sie beten. Bei mir kam an: für Allah ist es wichtig, dass sie ein Leben in Rechtschaffenheit führen, Almosen geben, viel Gutes tun, die Suren beten und vieles mehr. Wenn Allah gnädig ist, kommen sie ins Himmelreich.
 
Solche Kirchenführungen sind meistens eine gute Gelegenheit über seinen eigenen Glauben nachzudenken. Ich fragte den Reiseleiter dann im persönlichen Gespräch, ob er denn auch ins Himmelreich kommen würde. Er sagte: „Das kann man nicht wissen, wem Allah gnädig ist, dem ist er gnädig.“ So konnte ich ihm sagen, was im christlichen Glauben
 
anders ist. Ich erzählte unter anderem, mit vielen Pausen und Nachfragen: „ Gott ist als Mensch zu uns gekommen. Weil er uns liebt sandte er seinen Sohn Jesus zu uns. Der starb für uns am Kreuz, damit wir Vergebung unserer Sünden erfahren und eine persönliche Beziehung zu Gott als unserem Vater haben können. Bevor Jesus in den Himmel fuhr, hat er uns den Heiligen Geist als Tröster versprochen, der uns bis heute, in seine Wahrheit leitet. In der Bibel, im Römerbrief Kapitel 8 Vers 16 steht: „ Der Geist Gottes selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir seine Kinder sind.“  Durch seinen Geist dürfen wir das bis heute erfahren und somit auch tief in unserem Herzen wissen. Das Evangelium ist für mich die beste Botschaft der Welt. Wir erfahren Liebe, Vergebung und dürfen die Ewigkeit bei Jesus verbringen. Wer kann schon so gut sein, dass er sich das Himmelreich durch Rechtschaffenheit verdienen könnte? Aber Gottes Geist schenkt uns die Kraft für positive Veränderungen.“
 
Viele Fragen blieben bei diesem Gespräch für uns offen. So ließen wir unsere unterschiedlichen Glaubensauffassungen einfach nebeneinander stehen. Aber solche Gespräche sind immer Impulse zum Nachdenken.
 
Es wird im persönlichen Bereich und auch in den Medien sehr viel Aufwand getrieben, um menschliches Leben hier auf dieser Erde zu retten. Was ja auch wichtig ist. Ganz wenig aber wird über die Ewigkeit nachgedacht und öffentlich berichtet.  Dabei ist das Leben auf Erden endlich. Die Ewigkeit aber unendlich. Wohl denen, die wissen, dass Jesus uns liebt und uns gerne vergibt, wenn wir ihn darum bitten. Außerdem dürfen wir uns dann auf die Ewigkeit bei ihm freuen.

Du bist wertvoll

Das Wort zum Sonntag - 9.4.2016

DU BIST WERTVOLLHeute, am 9. April, laden wir wieder Familien mit ihren Babys zum Neugeborenen-Empfang in unser Rathausfoyer ein.

Im Rahmen des „Bündnisses für Familien“ hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die sich „Familie intern“ nennt. Uns ist es wichtig, Werte weiterzugeben. Unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters und in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt laden wir nun schon im 10. Jahr junge Familien zu diesem Empfang ein. Unser Wunsch ist es zum einen, die Eltern zu ihrem Nachwuchs zu beglückwünschen und zum anderen, hilfreiche Einrichtungen und Gruppen speziell für Familien vorzustellen.

Beim 1. Empfang gab es bereits gute Begegnungen und Gespräche. So entwickelte sich bei mir der Gedanke, ein Buch über lebensgeschichtliche, ermutigende Erfahrungen zu erstellen und anzubieten. Das Buch, das wir schon an alle interessierten Eltern beim 3. Empfang verschenken konnten, heißt: „Familien – Zentren – wo sich kleine und großePersönlichkeiten begegnen.“ In der Widmung für das Kind steht unter anderem: „ Schön, das es Dich gibt, Du bist wertvoll!“ Da Minderwertigkeit weit verbreitet ist, freue ich mich, dass uns Gott auch in der Bibel, in Jesaja 43,4. sagt, dass wir wertvoll sind.

Der erste Teil des Buches ist der Bedeutung der Familie gewidmet. Hier berichten einige Verantwortungsträger unserer Stadt, Frauen aus „Familie intern“ und Freunde aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen über ihre Familienerfahrungen. Viele Themen, die uns alle bewegen, sind Inhalt des Buches. Darum laden wir auch zu Nachtreffen ein. Hier können wir uns einmal näher kennenlernen und uns über Persönliches und Inhalte des Buches austauschen. Ehrliche Gespräche führen zum Nachdenken und sind hilfreich für den Alltag. So äußerte sich ein Vater anschließend: „Auch als Mann bin ich hier sehr gut aufgenommen worden. Ich finde die Themen und Gespräche durchweg interessant.“ Einige Eltern sind von beiden Angeboten so begeistert, dass sie jetzt gern bei den weiteren Begegnungen mitwirken. Wir sind dankbar für die vielen Familien, die gerne kommen und für alle, die uns auch in Zukunft dabei unterstützen.

Irmtraut Huneke, gehört zur Christuskirchengemeinde und zum Gesprächsforum Leben + Glauben