Schwierige Situation - Was ans Licht kommt macht frei

Das Wort zum Sonntag - 7.11.2015

Schwierige Situation - Was ans Licht kommt macht freiWelche persönliche Einstellung bestimmt meinen Alltag und mein Leben? Sehe ich zuerst das Positive oder Negative? Es gibt Menschen, die uns freundlich und offen begegnen, andere wirken eher zurückhaltend oder auch missmutig. Jeder kennt das, nicht immer sind wir gut drauf. Aber Freundlichkeit tut uns allen einfach gut.

Ganz anders erging es mir, als ich zwei Tage vor unserem Allianzgebetsfrühstück einen anonymen Brief erhielt. In ihm standen viele negative Unterstellungen. Er triefte vor Neid und endete mit der Drohung: „ Wir behalten Dich im Auge und melden uns zu gegebener Zeit wieder.“ Zunächst war ich betroffen und auch verletzt. Dann dachte ich, wer hat sich so viel Mühe gemacht, mich mit seiner schwarzen Brille zu beobachten? Nachdem ich den Text noch einmal  gelesen hatte, holte ich tief Luft und entschied mich, folgende Worte laut auszusprechen: „ Jesus, ich vergebe diesen Personen und segne sie in Deinem Namen mit Deiner Fülle, damit sie fähig werden, ihr Leben sinnvoller zu gestalten.“ 

Als ich beim Allianzgebetsfrühstück nach meinem geistlichen Impuls diesen Brief vorlas, stand jemand spontan und entsetzt auf und sagte: „Das kann ich nicht so stehen lassen.“ Sie äußerte sich positiv über mich und machte den Brief damit sofort zunichte. Anschließend kamen drei Frauen zu mir, die ähnliche Briefe erhalten hatten, sich aber nicht trauten, das öffentlich zu machen. Meine Erfahrung aber ist, was ans Licht kommt, verliert seine Wirkung und macht frei. „Denn wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ So steht es im 2. Korinterbrief 3,17. Außerdem erlebe ich, dass Verletzte andere verletzen. Geheilte aber sind an der Heilung anderer interessiert. 

Wenn schon in einfachen Beziehungen so viele Gemeinheiten vorkommen, wie schwierig ist dann die augenblickliche politische Situation. Was wird Politikern alles unterstellt! Wieviel Hass müssen manche erleiden? Es sind ja auch nur Menschen mit zur Zeit besonders großen Herausforderungen. Wer hat schon einen Durchblick in unserer so kompliziert gewordenen Welt? 

Als Christen haben wir vor allem einen Gebetsauftrag. „Denn wem es an Weisheit mangelt, der bitte Gott.“ So steht es im Jakobusbrief 1,5. Diese Weisheit aber brauchen wir alle täglich aufs Neue. 

Irmtraut Huneke, gehört zur Christuskirchengemeinde und zum Gesprächsforum Leben + Glauben

Nehmt einander an

Das Wort zum Sonntag - 28.02.2015

Nehmt einander an„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Römer 15,7. So lautet die Jahreslosung 2015 für uns Christen, die uns täglich begleiten kann. Besonders in der Fastenzeit.

Aber können wir das so leicht, wie es klingt? Müssen wir nicht tief davon überzeugt sein, dass Jesus Christus uns wirklich angenommen hat? Wenn er uns aber angenommen hat, ist dann nicht die Folge, dass wir ihm unser Leben anvertrauen und uns entscheiden nach seinen Maßstäben leben zu lernen? Sein Heiliger Geist wirkt dann in unseren Herzen und Gedanken. Er schenkt uns auch die Kraft Hindernisse zu überwinden, wenn wir ihn darum bitten. Mit ihm können wir immer „online“ sein.

In unserer Welt, in der eine schlechte Nachricht der nächsten folgt, ist es gut zu wissen, das Gott uns persönlich hält. Wie sehr dieser Glaube immer mehr verloren geht, stelle ich in vielen Gesprächen fest. Wissen wir Christen, was in der Bibel steht, und die Moslems, kennen die ihren Koran?

Not lehrt beten, so habe ich es auf meinen Reisen auch in muslimische Länder häufig erlebt. Nachdem Vertrauen und gegenseitige Achtung entstanden waren, erzählte ein junger Moslem mir zum Beispiel seine traurige Lebensgeschichte. Getrennt von seiner Frau und seinem fünfjährigen Sohn war er ziemlich ratlos.

Wir unterhielten uns in Englisch. Obwohl unser beider Wortschatz nicht sehr groß war, konnten wir uns recht gut verständigen. Ich sagte ihm, unter anderem, dass eine Beziehung gemeinsame Zeit braucht und auch Arbeit bedeutet. Außerdem sei für mich als Christin immer wieder Liebe und Vergebung nötig, die Jesus mir, aber auch ihm schenken könnte. Er hörte mir aufmerksam zu. Am Ende des Gespräches fragte ich ihn, ob ich für ihn und seine Anliegen beten dürfe. Dem stimmte er gerne zu. Er verabschiedete sich dankbar und erleichtert.

Ich bin davon überzeugt, dass Gott Gebete hört und zu seiner Zeit auch erhört, wenn sie seinem Willen entsprechen. Das habe ich schon mehrfach erlebt.

Von wem lassen wir unser Leben bestimmen? Wie erschreckend sind manche Nachrichten? In der Bibel steht nicht nur die beste Botschaft der Welt und die wunderbare Jahreslosung, sondern auch Hinweise für schwierige Situationen. Ein Beispiel finden wir in Lukas 21, 26 - 28.
Wenn die Menschen vor Furcht vergehen..: „Dann seht auf
(Jesus) und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

In diesem Glauben und in dem Vertrauen auf Jesus lässt es sich auch in schweren Zeiten gelassener leben.

Unruhen um uns herum - was aber können wir Christen tun?

Das Wort zum Sonntag - 19.10.2014

Unruhen um uns herum - was aber können wir Christen tun?In den Sprüchen der Bibel steht im Kapitel 18 Vers 17: „Ein jeder hat zuerst in seiner Sache recht; kommt aber der andere zu Wort, so findet sich`s.“

Nehmen wir uns noch die Zeit richtig hinzu hören? Lassen wir den anderen noch zu Wort kommen? Wo können wir ehrliche Kommunikation lernen? Ist es denn immer sinnvoll die Wahrheit zu sagen? Brauchen wir dazu nicht Menschen unseres Vertrauens? Fühlen sich einige nicht manchmal sofort diskriminiert?

Schon in der kleinsten Gemeinschaft in Ehe und Familie gibt es so viele Missverständnisse. Wir sind unterschiedlich geprägt, haben andere Sichtweisen und reagieren auf Grund unseres Temperamentes oft anders, als unser Gesprächspartner es erwartet. Wir können andere ermutigen und erfreuen, aber auch verletzen, ohne es zu bemerken. Meine Erfahrung ist, dass mehrfach verletzte Personen, auch verletzend reagieren. Verstandene Menschen bringen mehr Verständnis auf.

Die Welt rückt immer mehr zusammen. Ist es schon schwer genug, sich in den eigenen Familien gut zu verstehen, wie viel mehr Weisheit brauchen wir um mit den unterschiedlichen Kulturen umzugehen.

 Was glauben wir? Sind wir christlich geprägt? Spielt unser Glaube im Alltag überhaupt eine Rolle und ist er für uns eher ein Hindernis, als eine Hilfe? „ Denn das Wort vom Kreuz ist für  Christen eine Gotteskraft, für die anderen ist es eine Torheit.“ (1.Kor. 1,18) Respektieren wir andere Religionen oder packen wir alle in eine Schublade? Im zwischenmenschlichen Bereich gibt es so viele Facetten.

So erleben wir zurzeit, dass sogar junge Menschen sich radikalen Gruppen anschließen. Die unterschiedlichen Medien berichten täglich von abscheulichen Verbrechen. Was aber können wir als Christen tun? Wie begegnen wir jungen Leuten, die manchmal keinen Sinn in ihrem Leben sehen? Wir sind leider weit entfernt von einer gewaltfreien Konfliktlösung. Viele Christen beten für Frieden, für die Flüchtlinge, für die Politiker und alle Friedensverhandlungen in unserer Welt und etliches mehr.

Als Rechtsstaat brauchen wir auch Schutz, wenn Terror und Gewalt überhand nehmen. Wer zur Waffe greift wird schuldig, wer nicht eingreift, wird auch schuldig. Frieden und Gerechtigkeit wird es in unserer Welt nicht geben. Das Friedensreich wird Gott selbst zu seiner Zeit errichten, wie er es uns verheißen hat. Bis dahin dürfen wir täglich bewusst in seiner Gegenwart leben und die Worte aus dem 1. Petrusbrief Kapitel 5, Vers 7. praktizieren: „ Alle Eure Sorgen werfet auf IHN, denn er sorgt für Euch.“ So können wir trotz aller Unruhen um uns herum, inneren Frieden haben und uns auf den ewigen Frieden bei Jesus freuen.

Zweifel

Das Wort zum Sonntag - 22.2.2014

Zweifel„Es ist eine tragische Tatsache, dass viele Christen praktische Atheisten sind. Sie bekennen zwar ihren Glauben an Gott, handeln aber so, als existiere er überhaupt nicht, oder als sei er nicht bereit zu helfen Alle Schätze Gottes stehen ihnen zur Verfügung, und dennoch leben sie in selbstauferlegter geistlicher Armut auf einer Berg-und-Tal-Bahn der Gefühle.“ Diese Aussage machte der inzwischen verstorbene Bill Bright. Er war der Gründer und Leiter der internationalen Bewegung Campus für Christus.

Wer von uns Christen kann diese Worte nicht auch bestätigen?  Leben wir nicht manchmal zwischen Zweifel und Glaube?

In Jesus von Nazareth begegnen wir der bedeutsamsten Persönlichkeit aller Zeiten. Wir leben z. B. im Jahre 2014 nach Christus. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte hat niemand das Leben zahlloser Menschen so einschneidend zum Guten hin verändert wie Jesus.

Welchen Einfluss hat Jesus heute noch auf unser Leben? Reicht es uns ihn als historische Person zu betrachten? In vielen Gesprächen erfahre ich, dass die meisten Menschen an irgendetwas glauben. Manche nennen es auch Gott.

Im Urlaub an einer Bar entwickelte sich mit drei jüngeren Personen ein Gespräch über Persönliches, Politisches und natürlich auch über den Glauben. Sie kamen alle aus Bayern und sind katholisch. Der junge Mann holte seinen Rosenkranz aus der Hosentasche mit der Aussage: „Den habe ich immer bei mir, der Chef bestimmt mein Leben und jetzt gehe ich eine Rauchen.“

So kam ich mit dem Ehepaar näher ins Gespräch. Enttäuschungen über Menschen und Kirche blieben nicht aus. Aber wo gibt es die nicht. Doch an Jesus Christus glaubten sie. Als ich sie fragte, ob sie auch wissen, dass sie durch Jesus die Ewigkeit bei Gott verbringen können, antworteten sie beide mit „nein“. Da sie es gerne wollten, betete ich für sie. Anschließend konnten wir uns noch über Zweifel und Glaubensgewissheit austauschen.

Um Jesus persönlich kennen zu lernen, ist es wichtig, dass wir unser Vertrauen ganz auf „IHN“ setzen, denn er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Von all unserer Schuld, unseren Ängsten und Sorgen können  wir frei werden, wenn wir sie ihm sagen und seine Worte als Wahrheit verinnerlichen. Gottes Geist gibt uns dann die Gewissheit, dass wir seine Kinder sind. So können wir alle seine „Schätze“ wie z.B. Vergebung, Liebe, Freude und Friede für unser Leben nutzen. Immer wenn wir auf Jesus sehen und seine Worte beherzigen, werden wir verwandelt in sein Bild. Diese Erfahrung vom Zweifel hin zur klaren Glaubensgewissheit, wünsche ich allen Lesern. „Denn Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, die Jesus heißt.“ (1. Timotheus 2.4.)

Segen

Das Wort zum Sonntag - 29.1.2011

SegenFür das Jahr 2011 wünschen wir Christen uns natürlich nicht nur alles Gute und Gesundheit, sondern ganz besonders Gottes Segen. Aber was bedeutet für uns Segen ganz praktisch und konkret? Manchmal hören wir Aussagen wie: „Was für ein Segen! Der hatte aber einen Schutzengel! Da habe ich noch einmal Glück gehabt? Was ist denn nun ein Segen? Fängt das nicht schon mit ganz kleinen Dingen im Alltag an?

Kann nicht schon ein freundliches Lächeln oder ein ermutigendes Wort ein Segen sein? Was erfahren wir zum Beispiel nicht als Segen? Wir werden nicht angesehen, übersehen man würdigt uns keines Blickes oder nur eines strafenden Blickes. Was bedeutet eigentlich Segen oder segnen?

Segnen kommt von signare, signieren heißt mit einem Zeichen versehen. Gott hat uns viele Zeichen gegeben, die wir in der Bibel nachlesen können. Als Isaak seinen Sohn Jakob segnete, gehörten eine Umarmung und ein Kuss dazu. Im Alten Testament spielte das symbolische Bild des Handauflegens eine wichtige Rolle. Diese Berührung war ein anschauliches Bild für die Übertragung von Macht oder Segen von einer Person auf die andere.

Welche Bedeutung Berührungen auch für Kinder haben, zeigt sich an folgendem Beispiel: Bei der Verabschiedung von Kindern und Eltern stand ich meistens am Tor des Kindergartens, den ich viele Jahre leitete. Ein Fünfjähriger gab mir jeden Mittag zum Abschied einen Kuss. Einmal sagte er zu seinem Vater, der ihn abholen wollte: "Ich habe mich noch  gar nicht von Frau Huneke verabschiedet." "Das ist doch nicht so schlimm,” meinte der Vater. „Doch," sagte er: „Die riecht immer so gut.”

Andere Kinder lehnten sich einfach bei mir an, wenn ich mich mit den Eltern unterhielt. Dann strich ich ihnen über die Haare oder ihre Wange und sie fühlten sich wohl dabei.

Gesprochene Worte haben eine große Macht. Viele Jahre leiden Kinder unter den Aussagen ihrer Eltern, die gesagt haben: "Aus dir wird nie etwas! Du kannst ja gar nichts!" So macht sich Minderwertigkeit breit. ln Jesaja 43,4 sagt Gott zu uns: "Du bist wertvoll." Einmal sagte ich im Vorübergehen zu ein paar Kindern, die gemeinsam bauten: „Na, ihr Schätze!" Sie kicherten, freuten sich und fragten: "Sind wir mehr als Gold und Silber?" Ich bestätigte: "Viel mehr!"
Ein Segen soll uns auf eine hoffnungsvolle Zukunft hinweisen, die wir bei Gott finden können. Das "Gebet des Jabez" aus 1. Chronik 4,10 lautet: "Segne mich und erweitere mein Gebiet! Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern."

Dieses Gebet kann auch unser persönliches Gebet werden. So können wir in allen Begegnungen unserem Gegenüber Gutes wünschen und zusprechen. Da wo wir die Freiheit haben dürfen wir uns auch im Namen von Jesus gegenseitig segnen.

Zum Jahresbeginn freue ich mich immer wieder über den Besuch der Sternsinger, die nicht nur Segenslieder singen, sondern auch "Christus segne dieses Haus" an die Tür schreiben. Außerdem schenken sie durch ihre Sammlung Kindern in Krisengebieten unserer Welt einen finanziellen Segen. Wir können uns und andere täglich unter Gottes Schutz und Segen stellen.