Alle brauchen Liebe

Das Wort zum Sonntag - 16.3.2019

Liebe und Anerkennung nicht nur für Kinder wichtige GrundbedürfnisseIrmtraut Huneke

Auf einer kurzen Zugfahrt fand ich Platz bei einer jungen Familie. Die Mutter hatte ein Baby auf dem Arm und die fünfjährige L. malte auf einem Zeichenblock. Mit der Mutter kam ich gleich in ein gutes Gespräch. Ich erzählte ihr u.a. von unserem Neugeborenenempfang, den wir als kleines Frauenteam initiiert haben und zu dem unser Bürgermeister seit 2007 ins Rathaus einlädt. So auch heute.

Uns geht es vor allem darum, dass Familien sich in unserer Stadt wohlfühlen und zuverlässige Beziehungen entstehen. Außerdem gibt es Nachtreffen und viele Gruppen- und Einzelangebote mit der Möglichkeit, sich über Themen des Lebens auszutauschen.

Da wir nur wenig Zeit hatten, fragte ich sie, ob sie an meiner Visitenkarte und meiner Homepage interessiert sei. Sie freute sich. L. malte zwar weiter, hörte aber auch unser Gespräch mit. Zwischendurch blickte sie sehnsuchtsvoll zu ihrem Vater herüber und wartete auf ein Lob. Da der Vater nicht reagierte, sagte ich: „Du malst ja schön.“  Sie strahlte und nahm von ihrer Mutter mein Kärtchen. Sie schaute auf mein Foto und dann zu mir. Dann versuchte sie ihr Bild von ihrem Block zu reißen. Ich half ihr dabei. Sie lächelte mich an und schenkte es mir. Ich äußerte mich begeistert und sagte: “Jetzt haben wir beide ein Andenken, Du von mir und ich von Dir.“ Beim Abschied winkten wir uns fröhlich zu.

Meine Erfahrung ist, dass Liebe und Anerkennung nicht nur für Kinder wichtige Grundbedürfnisse sind. Wir alle brauchen Liebe. In der Bibel steht: „Gott hat uns zuerst geliebt.“ Wenn wir seine Liebe annehmen, können wir lernen liebesfähig zu werden. Alles fängt mit einer Entscheidung an.

 
 

Gottes Liebe annehmen und weitergeben

Das Wort zum Sonntag - 1.4.2018

Gottes Liebe annehmen und weitergebenZwischen Himmel und Erde

Bei einem der letzten Flüge mit Air Berlin kam ich mit den beiden Flugbegleiterinnen sehr schnell in ein gutes Gespräch. Da sie beide noch gerne lasen, freuten sie sich über meine unterschiedlichen Bücher als Geschenk. Beim Abschied fragte ich, ob es auch möglich sei, mich bei den Piloten für den guten Flug zu bedanken? „Ich kündige Sie eben an, so viel Zeit muss sein,“ sagte die eine und öffnete die Tür. Ich bedankte mich bei den Piloten für den wunderbaren Flug und die große Verantwortung, die damit verbunden ist. Dann sagte ich unter anderem: „Sie schweben immer zwischen Himmel und Erde, so  schenke ich Ihnen gern ein „Ticket zum Himmel“ mit einem Bibelvers, wenn Sie das auch mögen. Mein Mann ist nämlich schon dort. Denn jeder denkt ja irgendwann über sein Leben nach.“ Der Pilot am Steuer antwortete: „ Das können Sie wohl glauben, wir wissen nicht, wie es in Zukunft mit uns weitergeht.“ So entwickelte sich noch ein gutes, ernsthaftes Gespräch, in dem ich ihnen viel Kraft, Weisheit und Gottes Segen wünschen konnte.

Im Hotel hatte ich ebenfalls viele interessante Begegnungen, da es mir ein Gebetsanliegen ist, über die christlichen Werte ins Gespräch zu kommen. Inzwischen stehen die Atheisten auf, die Moslems bekennen sich und wir Christen? Was wäre unser Land ohne Gottes Liebe, Vergebung und die Gewissheit, durch Jesus schon hier ein Stück Ewigkeit zu erleben? Mir half die Aussage, dass Gott-Vater wie ein Kraftwerk ist, Jesus Christus die Leitung und der Heilige Geist der Strom, der durch die Leitung fließt. Im Römerbrief 5,5 steht: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ Wenn wir das für uns bewusst so annehmen, können wir diese Liebe erfahren und an andere weitergeben.

An einem Morgen winkte mich eine Mutter mit Tochter an ihren Frühstückstisch; sie hatten bemerkt, dass ich alleine war. Ich hatte aber schon eine Verabredung mit einer recht traurigen Frau. Ihr Mann hatte sie verlassen. Doch am nächsten Morgen konnten wir uns ausgiebig unterhalten. Dem Alter nach hätte es meine Tochter mit Enkelin sein können! Die Mutter sagte, dass sie katholische Christin sei, die Tochter, eine angehende Lehrerin, hatte noch keinen klaren Standort. Vieles war für sie noch offen. So beklagte sie auch das Schulsystem in Baden Württemberg und wartete auf die Zuteilung zu einer Schule. Ich schenkte ihr ein kleines Büchlein mit dem Titel: „Du bist wertvoll“, da jeder auch nach seiner Identität sucht. Unser Gespräch war offen, ehrlich und humorvoll. Zum Schluss fragte ich sie, ob ich für all die Anliegen beten dürfe. Beide stimmten gerne zu.

Nach dieser Kurzreise bekam ich bald eine Antwort per mail. Die Mutter hatte sich auf meiner Homepage kundig gemacht und sich positiv über meine Aktivitäten geäußert. Unter anderem schrieb sie zu unserem Austausch: „Es war für mich eine sehr innige Begegnung.“ Solche besonderen Begegnungen sind ein Geschenk Gottes, für die ich sehr dankbar bin.

 

Was glaubst Du eigentlich?

Das Wort zum Sonntag - 9.9.2017

„Die wichtigste Entscheidung meines Lebens“ 

„Dieser PC treibt mich heute noch schier in den Wahnsinn!“ hörte ich den jungen Mann beim Einchecken auf dem Flughafen zu seiner Kollegin sagen. Nun war ich an der Reihe, denn ich hatte im Frühjahr eine Studienreise nach Rom gebucht. Wir unterhielten uns kurz. Er erfüllte meinen Wunsch. Ich bekam einen Fensterplatz in den ersten Reihen. Ich bedankte mich und dachte: Wie kann ich ihn ermutigen? So gab ich ihm fröhlich meine Visitenkarte mit den Worten: „Damit Sie nicht schier in den Wahnsinn getrieben werden, schenke ich Ihnen jetzt ein Ticket zum Himmel, mein Mann ist nämlich schon dort.“ Er las den Text: „ Jesus sagt: Ich bin der Weg und die Tür zum himmlischen Vater.“ Dann schmunzelte er, drehte die Karte um und sah meine Daten. „Interessant, auf Ihre Homepage schau ich mal.“ Ich freute mich und winkte ihm zum Abschied. 

In Rom angekommen, versammelten wir uns als Reisegruppe. So lernte ich am ersten Abend eine ebenfalls allein reisende, kritische Frau kennen. Wir nahmen uns vor, die freie Mittagszeit miteinander zu verbringen. So saßen wir an einem der vielen Brunnen in Rom. Wir sagten unsere Namen und verständigten uns auf das Du. Bei der Gelegenheit gab ich ihr meine Visitenkarte und sagte: „Das Wichtigste steht aber auf der Rückseite, nämlich „Ticket zum Himmel“. Sie war total entsetzt und sagte: „Nein, so etwas brauche ich nicht!“ Ich sagte: „Okay,“ und wollte die Karte wieder einstecken. Dann sagte sie: „Ach, ich nehme sie doch, als Erinnerung an Dich.“ Ich dachte, bei dieser Frau musst Du sehr behutsam sein. Ihre Ablehnung drückte sich in ihrer ganzen Körperhaltung aus. So entschied ich mich, von mir aus nicht über meinen Glauben zu reden und alles Gott zu überlassen.

Umso erstaunter war ich, dass sie mir nach und nach immer mehr Fragen stellte. Diese beantwortete ich bewusst nur ganz kurz. So konnte ich ihr etwas über Gottes Liebe und Vergebung erzählen. Aber auch über die Gewissheit in Ewigkeit bei IHM zu sein. Sie sagte: „Du hast also immer einen Gesprächspartner?“ Ich antwortete: „ Ja, ich bin immer „online“ mit Jesus. Die Entscheidung für Jesus ist für mich die wichtigste meines Lebens. Jeder kann diese Entscheidung treffen, denn Jesus sagt im Johannesevangelium Kapitel 7 Vers 17: Wenn ihr meinen Willen tun wollt, werdet ihr erfahren, ob ich von Gott komme oder ob ich von mir selbst rede. Diese Erfahrung mache ich täglich.“ 

Zwischendurch tauschten wir uns über alle möglichen Themen aus. Auch über die Gespräche mit den anderen Reisenden. Da sie Kunstgeschichte studiert hat und noch berufstätig ist, hielt sie mir gern Kurzvorträge nach den Besichtigungen. Sie kam aus Leibzig, war geschieden und hatte viel Schweres erlebt. Später gab sie mir ihre Karte. Vor ihrem Namen stand Dr. Phil.

Beim Abschied bekundeten wir uns gegenseitig, dass unser Kennenlernen für uns eine Bereicherung war. Sie sagte dann noch: „Behalte Deine positive Einstellung und Ausstrahlung, damit Du noch vielen Menschen helfen kannst, die Deine Hilfe brauchen.“ Ich fragte: „ Und Du, was glaubst Du eigentlich?“ Sie: „Ach, ich habe da so meine Ideen.“ So konnte ich immer wieder nur still für sie beten und in Jesu Namen segnen. Was daraus wird, das liegt an IHM und natürlich auch an ihr.  

Jesus, du bist der beste Heiland und Arzt

Das Wort zum Sonntag - 1.4.2017

Worte haben Macht

„Urlaub ist besser als Krankenhaus und Kur,“ diese Worte habe ich früher manchmal schmunzelnd zu meinem Mann gesagt. „Denn den Urlaub können wir planen, genießen und wir bezahlen ihn auch selbst.“

Diese Aussage gilt für mich bis heute noch. Darum reise ich auch als Witwe weiter gerne allein. Mich interessieren besonders Menschen, ihre Geschichten, was sie denken und glauben. Als Christen haben wir ja die beste Botschaft der Welt - obwohl sie in den Medien und in alltäglichen Begegnungen kaum vorkommt. So ist es mein Anliegen, Personen zu begegnen, die für diese gute Nachricht offen sind.

Dazu gibt es auf Reisen besonders viele Möglichkeiten. Das fängt schon im Flugzeug an und setzt sich im Hotel fort. In Gesprächen beim Essen, beim Spazierengehen oder auch beim Tanzen. Ich tanze zu Hause täglich auf meinem Trampolin und nutze auch jede Gelegenheit im Urlaub. Tanzen ist für mich Lebensfreude. Hier treffe ich Gleichgesinnte und es entwickeln sich oft gute Gespräche.

Ein ganz intensives Gespräch hatte ich mit einer jungen Mutter von zwei kleinen Kindern auf einer Bank am Strand. Sie erzählte mir, dass ihr Mann gerade beim Arzt sei, weil er es vor lauter Rückenschmerzen nicht mehr aushalten konnte. Als wir uns einige Zeit über alle möglichen Themen ausgetauscht hatten, kam uns ein junger Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht entgegengehumpelt und setzte sich sehr vorsichtig auf die Bank.

Wir unterhielten uns nur ganz kurz. Da mir dieser Mann so leid tat, kämpfte ich in meinem Inneren, bevor ich den Mut fand zu sagen: „ Ich  weiß nicht, was Sie glauben. Ich bin Christin und würde gern für Sie beten, wenn Sie das möchten?“ Er stimmte sofort zu. Ich fragte: „ An welcher Stelle tut es besonders weh?“ Er zeigte es mir. Ich legte meine Hand auf seinen Rücken und betete etwa: „Jesus, Du hast uns Macht gegeben, Deine Kinder zu sein, und in Deiner Vollmacht bete ich jetzt für X. Du bist der beste Heiland und Arzt und Deine Heilungskraft wirkt durch Deinen Heiligen Geist. Bitte heile Du ihn und lindere seine Schmerzen, Amen.“

Nach dem kurzen Gebet schaute ich ihn an und traute meinen Augen nicht. Sein verzerrtes Gesicht hatte sich in ein strahlendes Lächeln verwandelt. Ich fragte ihn: „Geht es Ihnen schon besser?“ Er antwortete mit einem fröhlichen: „Ja!“ Wir unterhielten uns noch eine kurze Zeit, auch über unseren Glauben und unsere Lebenseinstellung. Ich sagte: „ Ich habe gelesen oder gehört, dass unser Gehirn auf unsere eigene Stimme am besten hört. Das hat dann Einfluss auf unseren Körper. Darum ist es wichtig, laut und positiv zu reden. Worte haben Macht. Das steht auch in der Bibel. Zum Beispiel kann man sagen: Jesus, Du bist mein Heiland und Arzt, in Deinem Namen will ich gesund werden.“ Er sagte dann lachend: „Ja, mein Vater sagt auch immer, alles fängt im Kopf an.“ So verabschiedeten wir uns fröhlich.

Am nächsten Tag dachte ich, wie mag es diesem Mann jetzt wohl gehen? Ich überlegte, ob ich wieder zu der gleichen Bank gehen sollte. Während ich das dachte und still betete, kam mir die ganze Familie entgegen. Er schob den Kinderwagen. Ich fragte: „Wie geht es Ihnen?“ Seine Antwort: „Immer besser.“ Welch eine Freude. So darf ich viele gute Erfahrungen auf meinen Reisen machen. Inzwischen nenne ich sie „kleine Missionsreisen.“ Das Spannungsfeld zwischen Annahme und Ablehnung in den Gesprächen aber bleibt. Darum brauche ich immer wieder neuen Mut.  

Jesus hilf! Immer „online“ mit IHM?

Das Wort zum Sonntag - 5.11.2016

Als Flüchtlingsfamilie aus Ostpreußen vertrieben, waren wir bettelarm. Meine Mutter saß mit uns drei kleinen Kindern im Straßengraben. Keiner wollte uns damals aufnehmen. Etwas später in unserer Einzimmerwohnung, zu viert in einem Bett, lernten wir, auch als Kinder, mit Aushilfsarbeiten unser Brot zu verdienen. Lebensmittel waren sehr kostbar und durften nicht verderben oder entsorgt werden. Das gilt für mich bis heute noch. Darum habe ich häufig schmunzelnd gesagt: „ Es ist besser, wenn es mir schlecht wird, als wenn Lebensmittel verderben.“ Das sage ich jetzt nicht mehr.  
 
An einem Abend sah ich ein Joghurt in meinem Kühlschrank mit dem Verfalldatum des Tages. Obwohl ich wusste, dass es wahrscheinlich länger halten würde, aß ich es sicherheitshalber. Es schmeckte mir zwar nicht besonders. Aber für mich musste das so sein. Mir ging es weiter gut. Ich hatte später bei mir noch eine Gruppe mit lebhaften Gesprächen und danach eine gute Nacht. Am nächsten Morgen, nach meinem Toilettengang, veränderte sich die Situation. Ich bekam plötzlich Schweißausbrüche und dachte daran, wieder ins Bett zu gehen. Ich fühlte mich auf einmal ganz schwach, mir wurde es schwarz vor Augen und ich dachte: „Bis ins Bett schaffe ich es nicht mehr.“ Ich hörte mich noch: “Jesus hilf,“ sagen. Einige Zeit später lag ich nicht im Bett, sondern ich fühlte mein Umfeld ab und stellte fest: ich lag im Bad. Ich war lang auf den Boden gefallen. Nicht auf das Waschbecken oder die Badewanne. Ich hatte weder einen Knall gehört, noch hatte ich Kopfschmerzen oder einen blauen Flecken. Aber ich fühlte mich noch schwach und brauchte den ganzen Tag, um mich zu erholen. Ob es nun am Joghurt lag, kann ich nur vermuten. Am Abend ging ich aber wieder meinen geplanten Aufgaben nach. 
 
Diese Erfahrung war für mich so wichtig, dass ich sie mehrfach weitererzählt habe und auch hier weitergebe. In der Bibel in Psalm 50 Vers 15 steht: „Rufe mich an in der Not, so will ich Dich erretten, und Du sollst mich preisen.“ Das bedeutet für mich nicht nur, dass ich ihn in der Not anrufe und dann seine Hilfe erfahre. So habe ich es ja tatsächlich erlebt,  sondern dass ich ihm mein ganzes Leben anvertraue. Im Alltag lese ich in der Bibel und erfahre Jesu Worte als Wahrheit. Sein Heiliger Geist schenkt mir immer wieder Freude, Kraft und Ermutigung. So kann ich mit Gott ständig in Verbindung sein. Mit ihm reden, auf ihn hören, beten und singen. Ich kann also immer „online“ mit IHM sein.
 
Dieses für mich wichtige Erlebnis hat auch die Ängstlichkeit vor ungewissen Situationen verändert. Denn in der Bibel  im Römerbrief Kapitel 8, Vers 28 steht auch: „Denen die Gott lieben werden alle Dinge zum Besten dienen.“ So kann ich umfallen, weil ich krank und schwach bin, oder aber ich bin tot und mein Leben geht bei Jesus weiter. Denn er hat gesagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ So steht es im Johannesevangelium Kapitel 14, Vers 19.